Heute halte ichs kurz und bündig, um Dir meine Erfahrungen am Salkantay Trek vom 1. bis 5. März näher zu bringen: zu jedem der 5 Tage gebe ich einerseits eine kurze Übersicht und meine Eindrücke und genügend Bilder, damit Du Dir selbst ebenso Eindrücke machen kannst.
Vorwegnehmen kann ich jedoch schon Mal folgendes: ich bin sehr dankbar, diesen Trek gemacht zu haben. Er hat mir bewegende Eindrücke in die Landschaft Perus gegeben, sowie das Leben der Menschen abseits der Stadt und abseits des Tourismus. Begleitet wurde ich wieder mal von der besten Gruppe überhaupt: von 3 Freundinnen aus dem Yoga Training und 6 weiteren, durch die Wanderung neu gewonnen Freunden. Geleitet wurden wir mit Humor und viel Wissen von Jorge, einem einheimischen Führer, der mir in langen, spanischen Gesprächen Einblicke in das Leben, Bräuche und Politik des Landes gewährte.
Hier erstmal ein Überblick vom Trek:

Und damit springen wir zu:
TAG 1 – HUMANTAY SEE
Cusco:
3:20h aufstehen, zusammenpacken
4:10h Treffpunkt mit den anderen
bis 6:00h crazy, kurvige Autofahrt mit Zwischenstopp um zu frühstücken
Bis 9:00h weitere crazy Autofahrt auf einer noch abschüssigeren Schotterstraße, aber unglaublichen Ausblicken
9:00-10:00h Wanderung (oder eher Spaziergang) zur ersten Unterkunft (Sky Camp)
11:45h Mittagessen mit Gemüsesuppe, Gemüse Reis, Avocado-Vorspeise, Tee und vielem mehr
14:00-17:00h Wanderung (und wieder zurück) zum Humantay See, die wegen der Höhenlage und des steilen Aufstiegs unglaublich anstrengend war, obwohl sie nicht besonders lang war
17:15h Tea Time
18:15h Abendessen
– vom Prinzip her sahen die anderen Tage ungefähr gleich aus, weshalb ich die nächsten Tage erzählerisch ausführe.










TAG 2 – SALKANTAY PASS
Das Besondere am Tag 2 war definitiv der Aufstieg zum Salkantay-Pass und der Abstieg in die Ausläufe des Amazonas. Gemeinsam mit einer Freundin ersparte ich mir den ersten Teil und hatte stattdessen ein ganz anderes Erlebnis: weil ich wusste, dass wir nach einem 800 Höhenmeter-Anstieg zum Pass danach über 2000 Höhenmeter hinuntersteigen würden und das meine, bei Wanderungen oft schmerzenden Knie sehr strapazieren würde, wählte ich die Pferde-Variante! Yess, für uns ging es zum Pass tatsächlich auf dem Pferderücken hoch, was anstrengender war als es klingen mag und das bisschen Extra-Geld auf alle Fälle wert war!
Den ganzen Tag über wurden wir von Nebel und Regen begleitet, was mir persönlich überraschenderweise viel Energie gab. Die Landschaft war auf dem gesamten Weg trotz des Nebels (oder gerade deshalb) mystisch und beeindruckend:








TAG 3 – IM JUNGEL MIT KAFFEE-ERLEBNIS
Der dritte Tag war ein entspannter Tag mit „nur“ 13km und kaum Höhenmetern entlang eines Flusses. Trotzdem barg dieser Tag so einige Überraschungen, sowohl positive als auch .. herausfordernde. Aufgrund der Regenzeit waren gewisse Teile des Treks gar nicht begehbar (weshalb der Tag auch kürzer ausfiel als auf der Karte angezeigt) und bei anderen Teilen mussten wir wegen abgegangener Muren durchs Wasser waten bzw. sie auf der Ladefläche eines Autos durchqueren. An zwei Stellen hatte unser Team sogar Helme für uns vorbereitet.
Die positiven Überraschungen waren ein kurzer Aufenthalt bei einer Maracuja-Plantage, sowie einer Kaffee-Plantage, wo man uns die Herstellung von Kaffee zeigte und wir ihn sogar verkosten durften. Die Unterkunft an diesem Tag war sicherlich mit eine der besten:









TAG 4 – EIN GANZ BESONDERER GEBURTSTAG
Gleich in der Früh wurde ich von den Köchen mit einer typisch peruanischen Geburtstagstorte überrascht, die zudem richtig lecker war! Obwohl ich wusste, dass dieser Tag mit 800 Höhenmetern bergauf, 900 Höhenmetern hinunter und insgesamt 25km ziemlich anstrengend werden würde, gab mir mein besonderer Tag einen Extra-Boost und meine Knie und ich schafften ihn ohne Probleme, wenn auch sehr müde zum Ende des Tages.
Begleitet von immer wieder kehrenden Happy-Birthday-Liedern meiner Freundinnen aus dem Yoga Training ging es für uns hinauf zu einer Inka-Stätte, wieder hinab zum Mittagessen bei einer Familie und schließlich 10km entlang der Bahngleise nach Aguas Calientes. An diesem Abend hatten wir sogar ein besonderes Abendessen in einem Restaurant (mit noch einem Geburtstagskuchen!) und einer Übernachtung in einem Hotel.
(Das beste Geschenk zu meinem 30. Geburtstag, das ich allerdings an diesem Tag nicht öffnete, war eindeutig ein Brief; nämlich ein Brief meines 13-jährigen Ichs an mein 30-jähriges Ich, den ich 17 Jahre lang in meiner Erinnerungsbox aufgehoben und extra auf die Reise mitgenommen hatte. Mehr dazu zu einem späteren Zeitpunkt 🙂 )















TAG 5 – MACHU PICCHU ODER: EIN MEER AUS WOLKEN
Auch am 5. und letzten Tag wurden wir bedingungslos von Regen und Nebel begleitet. Selbst noch als wir endlich in Machu Picchu ankamen. Unbeeindruckt vom Wetter gab uns Jorge eine 3-stündige, ausführliche Führung zu allen Detail der Anlage. Ganze 1,5h warteten wir am ultimativen Foto-Spot, damit sich die Nebel lichten würden. Während wir schon lange aufgegeben hätten, erzählte Jorge weiter und weiter und siehe da: tatsächlich öffneten die Nebel für ganze 4 Minuten ihre Schleier für uns! Zumindest soweit, dass man ein beeindruckend mystisches Foto aufnehmen konnte – sogar mit Lama davor (diese Models wissen eindeutig, wie und wann man sich wo positioniert!).
Schlussendlich gings von Aguas Calientes bei einer wunderschönen Zugreise nach Ollantaytambo und von dort mit dem Kleinbus zurück nach Cusco, wo ich mir mit meinen Freundinnen ein Hostel Zimmer teilte und danach sogar noch eine Nacht anhängte.












Falls Du überlegst einmal nach Peru zu reisen, lege ich Dir den Salkantay Trek ans Herz. Es ist wirklich etwas anderes, ein Land zu Fuß zu bereisen. Wenn man den Trek nicht gerade alleine, nur mit einem Zelt bewaffnet, bestreitet, sondern so wie ich, sich für eine Agentur entscheidet, gleicht so ein Trek auch eher Glamping statt Camping – was für mich persönlich genau das Richtige war.
Von Herzen,
Marie-Therese
PS: Wie ich eine Woche später erfuhr, hatten wir sogar richtig Glück mit dem Timing des Treks – eine Gruppe, die die Wanderung einige Tage nach uns machte, musste gewisse Teile des Flusses mit einer Art handbetriebener Seilbahn überqueren, weil wegen des Regens Teile des Weges nicht mehr vorhanden waren.


