„Nein, das will ich nicht!“

G R E N Z E N   S E T Z E N

Grenzen setzen fällt uns unglaublich schwer – mir eingeschlossen; denn wir lernen leider oft, dass wir damit andere Menschen verletzen und dass WIR im Endeffekt diejenigen sind, die etwas falsch gemacht haben, nicht richtig gehandelt haben und schlussendlich schuldig sind.

Ganz ehrlich?

Ich weiß oft selbst gar nicht WAS meine Grenzen sind und WO sie anfangen und enden. Doch im Laufe der Zeit habe ich gelernt, dass mir mein Körper ganz klar zeigt, wann eine Grenze überschritten wird und dass ich mich zu hundert Prozent darauf verlassen kann.

Wie das aussehen kann?

Dafür möchte ich Dir von einer Erfahrung berichten.

Dieses Wochenende habe ich einen alten Bekannten getroffen, worüber ich mich sehr gefreut habe. Im Gespräch wurde mir sehr schnell bewusst, dass mich die Themen nicht mehr wirklich interessieren und mein Fokus mittlerweile anderswo liegt, woraufhin ich mich sehr zurückgenommen habe. Doch ich wurde sehr stark mit eindringlichen Fragen herausgefordert und ich wurde unterschwellig dazu bewegt mich mehr zu beteiligen, mehr Interesse zu zeigen.

Es mag rätselhaft klingen, dass bereits ein Gespräch Grenzen überschreiten kann, I know, aber schon da begann mein Körper mir langsam zu signalisieren, dass ich mich überfordert und unwohl fühlte: ich begann langsam nervös zu werden und mein Hirn vernebelte sich, wodurch mir das Zuhören und Antworten schwerer fiel.

Hinzu kamen später körperliche Berührungen, die für mich absolut nicht in Ordnung gingen, auch wenn es  anfänglich „NUR“ ein kurzer Toucher am Arm, der Hand oder der Schulter war.

Als es noch mehr Berührung wurde, sagte ich endlich ganz klar „bitte berühre mich nicht“. Die Reaktion war Erschrecken, gekränkt sein und vor allem: UNVERSTÄNDNIS. Mein Gegenüber verstand nicht, warum ich mich unwohl fühlte, wollte Erklärungen und überforderte mich dadurch noch weiter (mein Hirn war ja eh schon ein Sieb :P).

Ich merkte, dass ich in der Situation nicht sehr viel weiterkommen würde und beschloss zu gehen, woraufhin mein Gegenüber noch verletzter war und versuchte eine Möglichkeit zu finden mit mir in Zukunft in Kontakt treten zu können. Auch das wehrte ich ab und war ehrlich erleichtert, als ich merkte, dass meine vielen „Neins“ diesen Abend endlich gefruchtet hatten und sich mein Gegenüber langsam und sehr gekränkt zurücknahm und mir Raum ließ.

Das hier ist, soweit ich weiß, ein sehr banales Bespiel und es passiert sehr vielen Menschen (zu vielen Menschen) – Männern genauso wie Frauen!

Im Endeffekt, will ich sagen, dass wir lernen dürfen Grenzen zu setzen und uns dabei NICHT schuldig zu fühlen. Was wir im anderen auslösen, können wir nicht kontrollieren, aber wir können kontrollieren, wie wir uns selbst fühlen – wie SICHER wir uns selbst fühlen (wollen), wie viel Raum wir uns selbst geben. Wir dürfen lernen wieder auf unseren Körper, unser Bauchgefühl zu vertrauen, egal wie unlogisch und überspitzt unser „Nein“ gesellschaftlich wirken mag – your body always knows BETTER and BEFORE your mind understands.

Also, lass uns die People Pleasing-Maske abnehmen, mehr zu uns selbst stehen und wahrhaftig sprechen und sein!

Kennst Du solche Situationen auch?

2 Kommentare

  1. Schönes simples Beispiel, das aufzeigt, wie herausfordernd Grenzen setzen im Alltag ist und wo man (ich) überall noch genauer hinschauen darf 🙂
    Auch das daran festhalten, trotz der Reaktion des Gegenübers. Super stark fällt mir dazu nur ein!
    Danke fürs Veröffentlichen und die damit einhergehenden Denkanstöße<3

Antworte auf den Kommentar von admin Abbrechen

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